Crowd-Working

Crowdworking

Beim Crowdworking werden Aufträge, meist zerteilt in kleinere Aufgaben, über digitale Plattformen an Crowdworker vergeben. Dies kann sowohl an die eigenen Beschäftigten erfolgen (internes Crowdworking) als auch an Dritte (externes Crowdworking), die oftmals als Solo-Selbständige für viele Auftraggeber weltweit arbeiten. Als Solo-Selbständige wiederum werden gemeinhin Selbständige bezeichnet, die keine eigenen Mitarbeiter/innen beschäftigen.

Laut dem sog. „Crowdworking Monitor“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) aus dem Jahr 2018 arbeiten rund 4,8% der wahlberechtigten Bevölkerung in Deutschland als Crowdworker.

In bestimmten Fällen kann es streitig sein, ob ein „Crowdworker“ (m/w/d) tatsächlich als selbständig oder ob er bzw. sie ggf. als abhängig beschäftigte/r Arbeitnehmer/in zu qualifizieren ist und ein Arbeitsvertrag mit der vermittelnden Plattform besteht.

Ein Arbeitsvertrag liegt nach der gesetzlichen Definition (§ 611a Abs. 1 BGB) vor, wenn der Vertrag die Verpflichtung zur Leistung weisungsgebundener, fremdbestimmter Arbeit in persönlicher Abhängigkeit vorsieht. Das Weisungsrecht kann Inhalt, Durchführung, Zeit und Ort der Tätigkeit betreffen. Weisungsgebunden ist, wer nicht im Wesentlichen frei seine Tätigkeit gestalten und seine Arbeitszeit bestimmen kann. Der Grad der persönlichen Abhängigkeit hängt dabei auch von der Eigenart der jeweiligen Tätigkeit ab. Für die Feststellung, ob ein Arbeitsvertrag vorliegt, ist eine Gesamtbetrachtung aller Umstände vorzunehmen. Zeigt die tatsächliche Durchführung des Vertragsverhältnisses, dass es sich um ein Arbeitsverhältnis handelt, kommt es auf die Bezeichnung im Vertrag nicht an.

Die Frage des Bestehens eines möglichen Arbeitsverhältnisses zwischen einem Crowdworker und einer dessen potentielle Aufträge vermittelnden Internetplattform hatte jüngst auch das Landesarbeitsgericht München zu klären. Die Richter urteilten, dass eine Rahmenvereinbarung zwischen dem Crowdworker und der Plattform, welche inhaltlich nur die Bedingungen der erst noch abzuschließenden Arbeitsverträge wiedergebe, selbst aber noch keine Verpflichtung zur Arbeitsleistung begründe, keinen Arbeitsvertrag darstelle (LAG München Urteil vom 04.12.2019, 8 Sa 146/19, mit Verweis auf u.a. BAG Urteil vom 15.02.2012, 10 AZR 111/11, m. w. N.).