Ausnahmeregelung zur telefonischen Krankschreibung zum 31. Mai beendet

Veröffentlicht am
Von Dr. Philipp Brügge
Zuletzt aktualisiert am

Ausnahmeregelung zur telefonischen Krankschreibung zum 31. Mai beendet

Die Ausnahmeregelung zur telefonischen Krankmeldung ist ausgelaufen: Patienten müssen sich ab 1. Juni wieder persönlich in der Praxis vorstellen.

Nach den Vorgaben des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG) müssen Arbeitnehmer/innen grundsätzlich spätestens nach drei Krankheitstagen eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber vorlegen. In der sog. Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie (AU-RL) ist festgelegt, welche Regeln für die Feststellung und Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit von Versicherten durch Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sowie im Rahmen des Entlassmanagements aus dem Krankenhaus gelten. Grundsätzlich gilt, dass die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit und ihrer voraussichtlichen Dauer sowie die Ausstellung der Bescheinigung nur aufgrund einer ärztlichen Untersuchung erfolgen darf.

Beendigung der Sonderregelung zur telefonischen AU am 31. Mai.

Um das Risiko zu verringern, dass Arbeitnehmer/innen beim Arztbesuch wiederum andere Wartende oder ggf. das ärztliche Personal anstecken, hatten sich in Anbetracht der wachsenden Zahl an Corona-Infektionen die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband darauf verständigt, dass Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege (d.h. in Fällen leichter Symptomatik oder Erfüllung der RKI-Kriterien für einen Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion) oder auch bei Bestehen eines Verdachts einer Corona-Infektion auch nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für ausgestellt bekommen können.

Sonderregelung zum 31. Mai beendet

Bereits zum 09.03.2020 hatten die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband vor dem Hintergrund des Corona-Geschehens eine besondere Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung geschaffen und diese zunächst für die Dauer von bis zu sieben Tagen vorgesehen. Jetzt wurde die Lage neu bewertet:

Nach einer wiederholten Verlängerung der Ausnahmeregelung bis zum 31. Mai hat die Regelung zur telefonischen Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit nunmehr geendet.

Informationen über befristete Sonderregelungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie

Photo by NordWood Themes on Unsplash

Photo by National Cancer Institute on Unsplash

Dr. Philipp Brügge

Rechtsanwalt Dr. Philipp Brügge LL.M. ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Gründungspartner der Hamburger Sozietät münchow commandeur brügge. Er vertritt Privatpersonen sowie institutionelle Mandanten in allen Bereichen des Arbeitsrechts sowie des Arbeitsprozessrechts.